Martinsspiel des Kindergartens Wittum - sonntags Hochfest St. Martin in der Kirche

Zuerst in und dann mit echtem Pferde wurde wieder das beliebte Martinsspiel aufgeführt

St. Martinsreiter vor St. Laurentius
St. Martinsreiter vor St. Laurentius

Pfarrer Eberhard Eisele und Kindergartenleiterin Dorota Kania begrüßten eine große Kinderschar mit Familien in der Kirche zur Martinsfeier am Vorabend des 11. November.

Die Bärenkinder führten dann einen Lichttanz auf. Danach trug der Elternbeirat die Fürbitten vor. Mit dem Vater unser, dem Segen durch Pfarrer Eisele, Hinweisen und einem Martinslied endete die Feier in der Kirche.

Vor der Kirche wartete schon eine Abordung des Musikvereins Sulgen, ein echtes Pferd mit kindlichem Martinsreitersoldat und der Bettler. Dann wurde der Mantel geteilt, das Lied St. Martin, St. Martin gesugen und dann Martinswecken an die Kinder verteilt zum Teilen in den Familien. Dann folgte der Laternenumzug bis zum Pfarrhof mit Umtrunk dort und Zusammensein.

Am Sonntag danach wurde dann das Hochfest St. Martin, dem Diöhzesanpatron, in der Kirche mit der Gemeinde gefeiert.

Pfarrer Eisele begrüßte brachte in der Predigt dasBeispiel des Geschäftsmannes John Rockefeller und sagte:

Liebe Gemeinde! "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

Diese Worte Jesu als Weltenrichter hat der Heilige Martin in seiner Mantelteilung wahr gemacht. 

Als ein Beispiel aus unserer Zeit möchte ich den Geschäftsmann John Rockefeller anführen. 

John Rockefeller lebte von 1839 -1937. Er trieb sich zunächst als Geschäftsmann mit krankhaftem Ehrgeiz gnadenlos zu Höchstleistungen an: 

Mit 33 hatte er die erste Million verdient, mit 43 Jahren beherrschte er das größte Geschäftsunternehmen der Erde, mit 53 Jahren war er als Dollarmilliardär der reichste Mann der Erde.

Aber er bezahlte den Erfolg mit seiner Gesundheit und Lebensfreude: Er sah aus wie eine Mumie, konnte nur noch Zwieback und Milch schlürfen und vor allem: 

Er war einsam und verhasst. Die Zeitungen hatten seinen Nachruf schon gedruckt.

In langen, schlaflosen Nächten kam er zur Besinnung. Er entschloss sich, nicht nur Geld anzuhäufen, sondern setzte sein Vermögen gegen die Nöte der Welt ein. 

Die berühmten Rockefellerstiftungen halfen, Penizillin zu entdecken und die Geißeln der Malaria, Tuberkulose und Diphterie einzugrenzen. Auch Armut, Hunger und Unwissenheit wurde mit Geld bekämpft.

Und das Wunder geschah: Rockefeller konnte wieder schlafen, Bitterkeit und Egoismus wichen aus seinem Herzen. 

Der kalte harte Mann blühte auf zu einem erfüllten Leben in Liebe und Dankbarkeit. Rockefeller wurde 98 Jahre alt.

Als Pfarrer habe ich mich weiter gefragt, war es nur eine Menschenliebe, die John Rockefeller antrieb, Gutes zu tun, oder kam seine Umkehr und Neubesinnung auch aus dem Glauben heraus, wie es beim Heiligen Martin der Fall war.

In der englischen Version von Wikipedia wurde ich dann unter dem Stichwort Glaube bei Rockefeller fündig. Dort steht:

Er war Christ, und zwar ein treues Gemeindemitglied der Baptisten. Er unterrichte bei den Baptisten in der Sonntagsschule und diente als Treuhänder, Schreiber, und gelegentliche Hausmeister. 

Weiter heißt es: Religion war eine treibende Kraft in seinem Leben, und Rockefeller glaubte, dass sie die Quelle seines Erfolges sei. So sagte Rockefeller: 

"Gott gab mir Geld", und er habe sich nicht dafür zu entschuldigen. Rockefeller fühlte sich wohl und rechtschaffen  nach John Wesley 's Motto, einem englischen Prediger:

"Verdiene, soviel du kannst, spare alles, was du kannst, und gebe alles, was du kannst."

Liebe Schwestern und Brüder, so hat Rockefeller das Wort Jesu auf seine Weise umgesetzt. 

Der Heilige St. Martin hat als Soldat im 4. Jahruhundert seinen Mantel geteilt mit einem Bettler.

Bei Rockfellser als steinreichem Mann war es vielleicht weniger das gespendete Geld, das im etwas abverlangt hat.

Aber die Zeit und das innere Engagement, die er für den Aufbau seiner caritativen Stiftungen eingebracht hat und die Begegnungen dort mit kranken und hilfsbedürftigen Menschen, das hat er gegeben als seine Tat der Liebe.

Und sein Lebenslauf bezeugt, dass er als gläubiger Christ etwas für sein Herz zurückbekommen hat.

Liebe schenken, Gutes tun erfordert von uns Einsatz, Mühe, Kraft, und das kann auch auszehren, ausbrennen, wenn sich der Gebende nicht auf der anderen Seite beschenken lässt durch Liebe von dem Geringsten, dem er gibt.

Dazu bedarf es auch des Glaubens und des Gebetes, um im Notleidenden tatsächlich auch den leidenden Christus sehen zu können über den bloßen Körper hinaus.

Jetzt feiern wir miteinander Eucharistie, um uns so mit Jesus und seiner Liebe zu verbinden, der er uns schenken möchte.

Am Ende der Messfeier sind wir in die Welt hinausgesandt. Das Wort Messe kommt vom lateinischen missa - Entlassung und Sendung. Im Alltag können wir dann in unseren Mitmenschen und besonders in den Armen Jesus begegnen im Tun der Liebe gemäß dem Worte: Du hast es mir getan. Amen.